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Erfolgreiches Scheitern

Ein Leitfaden für Eltern zu Wachstum und Widerstandsfähigkeit

Liebe Eltern, liebe Betreuungspersonen,

Ich bin als Newsletter-Schreiber gescheitert! Voller Enthusiasmus und Sorgfalt hatte ich meinen ersten Newsletter versendet. Alles schien perfekt: die Botschaft, das Timing, die Technik – alles bereit und stimmig. Doch dann folgten unerwartete technische Hürden, gepaart mit  persönlichen Herausforderungen in meinem Familiensystem. 

Gerade wenn alles so gut vorbereitet ist, schmerzt das Scheitern besonders stark. Mit Vorfreude und Optimismus ist der Drache gestartet und dann folgte der Flügelbruch. Ein flammender Absturz gefolgt von einem harten Aufprall. Auf dem Boden liegend setzt Selbstkritik ein, vielleicht ein Gefühl der Unfähigkeit, Skepsis für die Zukunft. Kennen Sie solche Bruchlandungen auch?

Ist es also zu Ende? Nein... dieser Newsletter ist ein Neustart. Und genau darum geht es heute: Wie wir mit dem alltäglichen Scheitern konstruktiv umgehen können.

Straucheln im Familienalltag – Wie du wieder aufstehst

Du bist voller guter Vorsätze, willst geduldig sein, präsent, liebevoll – und dann tust du doch wieder das, was du nie wieder tun wolltest. Der Morgen beginnt im Chaos, die To-Do-Liste bleibt unerledigt, die Provokation des Kindes funktioniert doch wieder bestens und am Ende des Tages fragst du dich, wie andere das bloß schaffen. Vielleicht kommen diese stillen Zweifel: „Bin ich überhaupt eine gute Mutter, ein guter Vater?“ Manchmal fühlst du dich erschöpft, überfordert – als ob alles zu viel ist. Und dann ist da diese hämische Stimme, die dir zuraunt: „Vielleicht reicht mein Bestes eben doch nicht.“

Die häufigste Reaktion von uns Eltern auf das eigene Scheitern ist eine Mischung aus Selbstkritik und Schuldgefühlen:

  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Alle anderen schaffen das besser.“
  • „Ich habe mein Kind enttäuscht.“
  • „Warum habe ich das nicht besser hinbekommen?“

Diese Reaktionen resultieren oft aus dem starken Wunsch, als Eltern perfekt zu sein, kombiniert mit gesellschaftlichem Druck und unrealistischen Erwartungen.

Lösungsansatz

Kehren wir die Perspektive um!  Statt das Scheitern zu fürchten, betrachten wir es als kraftvollen Lehrer. Gerade unser Umgang mit Fehlern prägt uns – oft mehr als jeder Erfolg. Wenn wir lernen, „erfolgreich zu scheitern“ und dies unseren Kindern vorleben, werden wir zu wertvollen Vorbildern.

Denke an Thomas Edison, der nach über zweitausend Versuchen endlich eine funktionierende Glühbirne erschuf. Seine Einstellung: „Ich habe nicht tausendmal versagt. Ich habe tausend Wege gefunden, wie es nicht funktioniert.“ Diese Haltung zeigt, wie Misserfolge uns näher zur Lösung bringen können – eine wertvolle Lektion auch für uns Eltern.

Deine Bereitschaft, Scheitern anzunehmen, gibt deinem Kind wichtige Werkzeuge für das Leben: Widerstandskraft, Kreativität und Milde. Elternsein ist ein Prozess von Versuch und Irrtum – und jeder Stolperer ist ein Schritt nach vorne. So lebst du vor, dass Fehler kein Ende, sondern ein Anfang sein können.

Und dann gehe mit dir auch genau so um! 

Jaja... tönt gut, aber wie macht man das, wenn man sich gerade nicht gut genug fühlt und alle anderen es besser machen?  Lies weiter, hier kommt eine mögliche Technik:

Übung: Die beste Freundin in deinem Kopf

Schritt 1:"Täter"wechsel....

Begib dich an einen ruhigen Ort. Schließe die Augen und stelle dir vor, du hast genau das, was du eben erlebt hast, bei deinem besten Freund, deiner besten Freundin beobachtet

Er/sie ist gescheitert und fühlt sich nun schlecht. Vielleicht sogar sehr schlecht...

Schritt 2: Stützen statt stolpern.

Nimm Stift und Papier oder öffne eine Notiz-App. Schreibe dieser Person einen kurzen Brief voller Verständnis und Milde. 

Beginne mit: „Ich sehe, dass du dich gerade schwer fühlst und darum möchte ich dir sagen …“ 

Sprich ihm/ihr Mut zu, anerkenne die gemachten Anstrengungen und erinnere daran, dass das Scheitern keine Wertung über den Menschen beinhaltet.

Schritt 3:Empfange den Brief.

Komme wieder ganz zu dir zurück, in diese Person, die eben erst bei einer Tätigkeit "gescheitert" ist.

Lies den Brief laut, als würdest du ihn zum ersten Mal hören. Lasse die Worte auf dich wirken, denn sie gelten dir.

Probiere die Übung einfach aus. Mache sie wirklich, lies laut (lesen alleine bringt nicht gleich viel)  und lass mich wissen, wie sie dir geholfen hat!


PS: und manchmal braucht es eben eine Rettungsinsel. Diese haben wir im ersten Newsletter kennengelernt. » Zu der Rettungsinsel...

Impulsabende in Bern

Klar ist die Sache komplexer! Klar reicht so eine Übung nicht, um jede Form des Scheiterns, der Selbstkritik und der Selbstzweifel zu entschärfen!

Zum Glück gibt es noch viele kleine und grosse Erkenntnisse und Hilfsmittel, um Schritt für Schritt immer mehr hin zu einem erfolgreichen Scheitern zu gelangen.

An den Impulsabenden (in Bern und Online) schauen wir uns deine individuellen Beispiele genau an und üben uns ganz konkret in diesen Techniken.

 Hast du also Lust, wirklich erfolgreich scheitern zu lernen, dann gönn dir die Teilnahme an den Impulsabenden (in Bern und Online)!
» Zu den Impulsabenden

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